Kempen.
Ein Kleinod am Niederrhein.
Seit 1294 eine urkundlich bestätigte Stadt
welche im Dreißigjährigen Krieg in 1642 von französischen, hessischen und weimarischen Truppen erobert und zerstört wurde.
Dieses Zeit ist als der „Hessenkrieg“ bekannt. Die Straßenbezeichnung Hessenwall erinnert daran.

In den Jahren 1794 bis 1814 war die Stadt unter französischer Verwaltung und nach dem Wiener Kongress dem Land Preußen zugesprochen. Seit dieser Zeit eine Kreisstadt, und 1929 nach einer Gebietsreform der Verwaltungssitz des Kreises Kempen-Krefeld. Nach der Bildung des Kreises Viersen wird der Kreissitz 1975 nach dahin verlegt.
Ab 1966 begann die Sanierung der historischen Altstadt und konnte 1990 abgeschlossen werden. Nach dem Sanierungsabschluß richtete der Werbering Kempen e.V. den “ Altstadtrundgang „ aus.
Dieser Wanderweg ist zirka 2500 m lang und gut in einer Stunde zu durchlaufen. Ich möchte einige historische Gebäude als Foto darstellen.
Für viele Bauwerke wurden von dem ausführenden Werbering Glastafeln mit hinweisenden Text erstellt und angebracht.
Die Fotoschau entspricht in etwa dem Verlauf des informierenden Rundganges.
Wir beginnen den Weg wie empfohlen mit
Punkt -1-, dem Kuhtor.




Der Weg führt mit Punkt -2- zum Haus Horten.
Das Haus wurde 1773 für den Kaufmann Heinrich Horten errichtet. Hier ist der Beginn einer großen Kaufmannsdynastie zu finden. 1784 wurde der Bau um 3 Fenster in der Breite erweitert.
Der Weg führt mit Punkt -3- weiter über die Schulstraße 

und Punkt -4-

zum Punkt -5-

Vom Kloster St.Anna ist nur noch ein großes Torhaus vom 18. Jahrhundert erhalten.


Die Figur über dem Torbogen eine Waschfrau auf einem Mönch ?? Ich habe lange gegrübelt!
Nun führt der Rundgang mit Punkt -6- an dem Gartenhaus vorbei und erreicht mit Punkt -7-die Rekonstruktion des Wehrganges.
Gegen 1290/95 wurde Kempen befestigt. Ein mit Palisaden bestückter Wallgraben.
Erst um 1320 erstand in dieser Art die ringförmige Befestigung mit innen eigebrachtem Wehrgang.
Mit dem Bauen wurden auch halbrunde nach außen zeigende Wachtürme integriert.
Vier Toranlagen regelten die Ein- und Ausgänge der Stadt. 
Auf einen dieser halbrunden Turmbauten setzte man eine Windmühle welche bei dem Wanderweg Punkt -8- nicht zu übersehen ist.

Diese ursprünglich 1481 erbaute Turmmühle wurde für eine gesicherte Mehlversorgung im Falle einer Belagerung errichtet. Auf die dreietagige Bastion wurde der 8,70 Meter dicke Mühlenturm gebaut. Im Hessenkrieg 1642 wurde sie zerstört und erst 1659 wieder aufgebaut.

Die Straßenbezeichnung Möhlenwall
hat wohl nichts mit der Mühle zu tun.
Doch gut zu wissen ist, das im Jahre 1966 die Mühle total restauriert wurde und seither auch ihre Flügel wieder erhalten hat.
Der Weg führt weiter auf dem Hessenwall zum
Punkt -9- dem Haus Nievenheim.



Dieses spätgotische Haus wurde 1524 von Martin von Oedt erbaut und 1625 vom Amtmann von Nievenheim erworben. Dies war das erste ganz aus Stein gebaute Wohnhaus in Kempen. Ein Patrizierhaus mit spätgotischem Stufengiebel. Erst 1730 wurde das ursprüngliche zweigeschossige Haus um ein weiteres erweitert.
Entlang dem Hessenwall führt der Weg zum
Punkt -10- dem Peterturm.
Der Rest vom Petertor besteht nur noch aus dem rechten Turm stadteinwärts gesehen. Bei den Sanierungsarbeiten wurde das Restfundament des linken Turmes entdeckt und über Straßenniveau aufgemauert.
Das unten sichtbare Bild zeigt das wiederentdeckte Fundament des zweiten Turmes und somit auch die Wanddicke der Türme.

Das Modell in der Glasvitrine mit Blick zur Stadt ....
.... und durch das Tor stadtauswärts!
Dieses Relief aus Sandstein ziert die Originalturmwand.
Entlang der Peterstraße an Punkt -11- an
Haus Ludowigs
vorbei in die Straße Studentenacker
führt uns der Weg zum Punkt -12- dem
Haus Hüskes-Weinforth.


Der Weg führt ein Stück zurück links in die Peterstraße Nr.5. da befindet sich der Punkt -13- Haus Schmitz.
Es wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Das Obergeschoss kragt etwas zur Erweitterung des Wohraumes raus.
Es war aber auch eine Prestigeangelegenheit. Man demonstrierte den Wohlstand. Die Fenster in Parterre wurden erst 1923 zur Einrichtung eines Ladenlokals vergrößert.

Von Haus Schmitz geht es zur Kirchstraße Ecke
An St. Marien zu dem Punkt -14- Das Vatikänchen.


Die Wetterfahne sybolisiert den schreibenden
Thomas von Kempen.
Auf dem Kirchplatz An St. Marien ist sein Denkmal.

Mit diesem Denkmal von 1901 ehrt man Thomas Hemerken, später genannt Thomas von Kempen, welcher durch seine christlichen Bücher weltbekannt wurde.
Er lebte von 1380 bis 1471.
Zum Buttermarkt an der Löwenapotheke, dem Punkt -15- vorbei zur Moosgasse kommt man an das
Haus Nr.7, unserer Punkt -16-.

Das interessante an diesem schlichten Patrizierhaus ist das Oberlicht an der Eingangstür. Eine fünfzackige Krone deutet auf einen adelichen Besitzer;
„ doch nichts genaues weis man nicht ! “
Entlang der Ackerstraße führt uns der Wanderweg zum Punkt -17- dem Haus Acker 1


Von der Ackerstraße führt der Weg zu Neustraße. Et kemp’sche Huus ist unserer Punkt -18-.


Weiter führt der Weg auf der Neustraße zum Punkt -19- und somit zum Haus Basels.

Ein Stuckelement an einem der Parterrefenster.
Der - Punkt 20 - ist am Buttermarkt Ecke Kuhtor / Judenstraße zu sehen. Es ist ein stattliches Eckhaus welches aber noch zum Buttermarkt mit der Hausnummer 21 gehört.
Bekannt unter dem Namen Haus Witthoff - Peerbooms. Es wurde 1741 errichtet.



Nun geht es in die Judenstraße. Die Hausnummer 5 bildet den Punkt 21. Doch bekannter ist die Bezeichnung Haus Hall.
Eine Besonderheit für das Auge ist die Haustür aus der Rokokozeit. Selten kann man noch solch eine wunderbar gestaltete Tür sehen.




Ebenfalls an der Judenstraße mit - Punkt 22 - bezeichnet befindet sich das Haus Erckelentz.

Nun führt uns der Rundgang aus der Judenstraße in die mit vielen Geschäften ausgestattete Engerstraße bis zum Parkplatz Viehmarkt. Hier sehen wir die alte Sparkasse. Diese wurde 1847 im Rathaus gegründet. Es war eine der ersten Sparkasse im weiteren Umkreis. Erst 1910 wurde eine Kreissparkasse Kempen gegründet. Der Eingang wird von der doppelseitigen Freitreppe geziert.

Wir lassen die Sparkasse hinter uns und laufen am Spülwall durch die Grünanlage
zum Punkt - 24 - der Kurkölnischen Landesburg. Das 1396 in vier Jahren errichtete Gebäude ist als Symbol für die Herrschaft des Kölner Erzbischhofs Friedrich von Saarwerden zu sehen.

Erst 1634 wurden mit dem Umbau die Schießscharten durch wohnliche Fenster ersetzt. Bis 1794 war die Burg die Residenz der bischhöflichen Beamten der Stadt Kempen

In der Zeit von 1863 bis 1925 besuchten hier viele Kinder das Gymnasium. Nachher war es bis 1984 der Sitz der Kreisverwaltung. Nun ist es das Stadtarchiv.
Mit dem Weg über die Burgstraße wird diese Dokumentation am Punkt -025 - beendet sein. Es sind die baulichen Reste des ehemaligen Franziskanerklosters.
Es wurde 1627 erbaut und in den vielen Jahren sehr unterschiedlich genutzt.



Das mit diesem letztem Bild gezeigte Bauwerk ist die Paterskirche vom Kloster, die größte Saalkirche am Niederrhein.
Ihre Fertigstellung wird mit 1640 angegeben.
Ich bedanke mich bei Ihnen für den Besuch meiner Internetseite und „Unsere Heimat„ im schönen Deutschland wird weiterhin per Foto festgehalten.
„Der Kameramann“